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Brad Pitt

TELE 5: Früher sind Sie als Schauspieler manchmal unterschätzt worden.

Brad Pitt: Ich mag es, unterschätzt zu werden. Es ist von Vorteil, weil ich alle überraschen kann. Das fühlt sich dann umso besser an.

Sie haben mal gesagt, dass Sie am liebsten im Stillen genießen.

Ich brauche keine Anerkennung von außen. Wenn ich mich innerlich zu etwas überwinde, zählt das viel mehr. Ich hatte ein paar offensichtliche Erfolge und habe gemerkt, dass sich das gar nicht so toll anfühlt. Kleine persönliche Siege machen mich glücklicher als schlagzeilenträchtige Erfolge. Es sind die stillen

Glücksmomente, die mir was bedeuten und mich wirklich befeuern. Unsere Gesellschaft ist leider ganz anders gestrickt.

Sind Sie ein unkonventioneller Typ?

Ich bin in einem sehr religiösen Umfeld aufgewachsen. Mit ungefähr 20 Jahren habe ich mich vom Glauben getrennt und eine Zeitlang in Angst und Schrecken gelebt. Ich hatte keinen Halt mehr. Ich habe mich verzweifelt gefragt, was der Sinn des Lebens sein könnte. Was kommt danach? Bisher hatte die Religion meine Ängste beschwichtigt und plötzlich hatte ich keine Antworten mehr. Bin ich vom Thema abgekommen? Wenn ich über Religion rede, führt mich das immer auf einen düsteren Pfad...

Sind Sie schon immer Ihren eigenen Weg gegangen?

Als ich in Hollywood meine ersten Chancen bekam, wollte man mich in Rollen drängen, gegen die sich alles in mir sträubte. Man dachte, ich wäre ein toller Sitcom-Schauspieler, aber ich wusste, dass das Quatsch ist. Ich bin ein beschissener Sitcom-Schauspieler, ich könnte das nicht. Ich weiß instinktiv, was zu mir passt und was nicht. Und ich lasse mich nicht in Schubladen stecken. Schauen Sie meine

Familie an, in welche Schublade würden wir schon passen?

Haben Sie sich jemals wie ein Außenseiter gefühlt?

Oh ja! Man vergisst leicht, dass ich aus Missouri, Oklahoma komme, wo die Filmindustrie normalerweise keine Rolle bei der Berufswahl spielt. Ich hab als Statist angefangen und langsam, aber sicher etwas über die Industrie gelernt. Und mein Herz schlägt immer für die Underdogs.

Wie waren sie eigentlich als Jugendlicher so mit 16, 17?

Außer Autos und Mädchen gab es für mich nichts auf der Welt. An eine Karriere im Film habe ich nicht im Traum gedacht, geschweige denn so etwas geplant.







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